Im Jahre 1867 errichtet das k. u. k. Kriegsministerium einen der größten Truppenübungsplätze der Donaumonarchie auf ungarischem Boden. Die Gemeinde Bruck bewirbt sich als Kandidat für die Errichtung dieses geplanten Truppenlagers und wird auf Grund eines damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwunges von den größten Grundbesitzer der Region, den Grafen Harrach und Batthyány, unterstützt. Am 20. April 1866 ergeht offiziell die kaiserliche Genehmigung zur Errichtung des Militärlagers, wobei nach Aufschluss aller Unklarheiten am 8. Jänner 1867 der Kaufvertrag unterzeichnet und auf Forderung der militärischen Administration, das gesamte Gebiet mit einem Schlag abgegeben wird. Durch später Erweiterungen erreicht das Gebiet mit der Zeit eine Ausdehnung von insgesamt 6.500 Joch oder 37,405 km².

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wandelt sich das Leben der Garnison und der Krieg wirft die unumgängliche Notwendigkeit auf, so rasch als möglich die vermehrte Ausbildung von Truppen zu initiieren, um diese an die Front schicken zu können. In diesem Zusammenhang wird das Militärlager sukzessiv erweitert. Im Jahre 1915 wird infolge chronischen Platzmangels und der Neuaufstellung von Truppen, die Errichtung eines weiteren Lagers für 3.000 bis 4.000 Soldaten in der Nähe von Kaisersteinbruch vorgenommen, welchem ein weiteres Gefangenenlager angeschlossen wird, da ebenso die Unterbringungsmöglichkeiten der Gefangenen zumeist heillos überfüllt sind. Mit vergehender Zeit kommen zu den russischen noch italienische, serbische und rumänische Kriegsgefangene, welche alle infolge von fehlenden Arbeitskräften in der Landwirtschaft und dem Gewerbe eingesetzt werden. Im Jahre 1915 wird etwa von den russischen Gefangenen eine Straße zwischen Kaisersteinbruch und Winden erbaut, welche auch als die sogenannte „Russenstraße“ bekannt ist. Am 31. Jänner 1916 beträgt der Höchststand der Gefangenen 5.221 Mann, wobei im Interniertenlager von Kaisersteinbruch etwa 1.600 Gefangene untergebracht sind.

Im März 1933 erklärt der christlichsoziale Bundeskanzler Engelbert Dollfuß das Parlament handlungsunfähig, wodurch es zur Errichtung eines autoritären und ständestaatlichen Herrschaftssystems mit faschistoider Ideologie kommt. Von diesem politischen System werden sogenannte Anhaltelager aufgestellt, welche zwischen 1933 und 1938 als Internierungslager für politische Gegner fungieren. Bereits am 24. September 1933 berichtet eine gut informierte Tageszeitung von der Errichtung eines „Konzentrationslagers“ in Kaisersteinbruch, wobei erst am 18. Jänner 1934 mit der Zuweisung von 70 Häftlingen tatsächlich ein Teil des Militärlagers zu einem solchen Lager umfunktioniert und ferner zur Sicherung der Lage eine Gendarmerie-Außenstelle in der Stärke von 20 Beamten aufgestellt wird. Allerdings ist der Bestand der Sicherungseinrichtung in Kaisersteinbruch von lediglich kurzer Dauer, denn bereits Ende April 1934 wird das mit längst 638 Insassen bevölkerte Lager wieder aufgelöst.

Im Zweiten Weltkrieg wird die gesamte Bewohnerschaft Kaisersteinbruchs ausgesiedelt und eines der ersten und größten Kriegsgefangenenlager, das sogenannte Mannschaftsstammlager STALAG XVII A errichtet.

Am 23. Oktober 1956 bricht der Ungarische Volksaufstand und löst eine Massenflucht aus. In Österreich werden nebst den bereits umfunktionierten Kasernen noch ehemalige Kriegsgefangenenlager für die Unterbringung zur Verfügung gestellt. Am 24. Oktober wird auf Ersuchen der Landessicherheitsdirektion des Burgenlandes die Kaserne in Kaisersteinbruch in ein Flüchtlingsauffanglager mit angeschlossenem Lazarett umfunktioniert. Das Lager von Kaisersteinbruch beherbergt insgesamt etwa 2.000 bis 3.000 Flüchtlinge.

Im Zuge der Bundesheerreform wird im Jahre 1989 die Uchatius-Kaserne in Kaisersteinbruch durch den Auszug des letzten Kommandos liquidiert, wobei der Gebäudekomplex nicht verkauft wird. Laut einer 2005 von der Austria Presse Agentur veröffentlichen Liste, wird hierbei das Lager Kaisersteinbruch als noch weiter in Verwendung stehend angeführt, wobei dessen genauer Indienstnahme nicht spezifiziert wird. In der Folge besteht im März 1990, von Seiten des damaligen Bundesminister für Inneres Franz Löschnak, der Plan in den leer stehenden Bundesheerkasernen in Kaisersteinbruch ein Flüchtlingslager mit 800 männlichen rumänischen Asylwerbern einzurichten, wobei die Unterbringung abgewendet wird.

Heute ist lediglich das Militärhundezentrum (MilHuZ) n Kaisersteinbruch verortet. Das Militärhundezentrum ist als Einrichtung für Zucht, Aus- und Weiterbildung sowie dem Einsatz und der Überprüfung der Diensthunde des Bundesheeres im gesamten Bundesgebiet und wird im Jahre 1964 als Militär – Hundestaffel in Kaisersteinbruch gegründet. Die Militärhunde werden in der höchsten militärischen Sicherungsstufe zum Gebäude- und Anlagenschutz verwendet. Mit mehr als 1.800 gezüchteten und ausgebildeten Hunden ist das Militärhundezentrum die größte Rottweilerzucht der Welt. Im Jahre 2007 wird die Militärhundestaffel in Militärhundezentrum umbenannt.

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