Mit dem Beginn der Herrschaft der Zisterzienser des Stiftes Heiligenkreuz werden, im Kontext der Errichtung einer wirtschaftlichen Infrastruktur in den ungarischen Besitzungen, Arbeiter für den Abbruch von Steinen in der Gegend von Kaisersteinbruch angesiedelt. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts siedeln sich welsche Handwerker aus dem italienisch-schweizerischen Gebiet im Steinbruch am Leithaberg an, wodurch der Ursprung eines eigenständigen Meisterhandwerks angesetzt werden kann.

Die Handwerksordnung der Kaisersteinbrucher Steinmetze ist mit dem Jahr 1615 schriftlich festgehalten und wird über die Jahre immer wieder von Seiten des regierenden Kaisers neu bestätigt. Da die Anzahl nichteinheimischer Steinmetze durch die vermehrte Zuwanderung aus dem norditalienischen Gebieten beträchtlich steigt, suchen die italienischen Handwerker im Jahre 1624 für eine Bewilligung zur individuellen Errichtung einer eigenen Handwerksordnung bei Kaiser Ferdinand II. an. Diesem Begehren wird aber nicht stattgegeben, weshalb sich die Italiener der bestehenden Ordnung zu unterwerfen haben.

Für das Handwerk in Kaisersteinbruch ist damals die Haupthütte in Wiener Neustadt zuständig, denn Kaisersteinbruch hat die Würde einer Viertellade erlangt und konnte damit zu einem autonomen Zunftbezirk eingesetzt werden.

Auf Grund der im Jahre 1617 vorherrschenden Pest legen einige der Steinmetzen von Kaisersteinbruch ein Gelöbnis zur Errichtung einer Kapelle ab, welche im Jahre 1618 mit kaiserlicher Bewilligung als Kirchenbau unter dem Patronat der Heiligen Sebastian und Rochus in Kaisersteinbruch begonnen wird.

Die Viertellade zu Kaisersteinbruch, welche bereits seit annähernd zweihundert Jahren der Hauptlade von Wiener Neustadt inkorporiert ist, wird am 7. Juni 1801 dem Handwerk zu Wiener Neustadt zurückgegeben, wodurch die Kaisersteinbrucher Steinmetze nunmehr eine selbstständige Zunftlade führen.

Während der Ringstraßenepoche ändert sich aber mit der direkten Eisenbahnverbindung Wien–Triest im Jahre 1857 die Auftragslage für die Meister zu Kaisersteinbruch, denn aus Istrien wird eine Fülle von hartem und lichtem Karstmarmor billiger nach Wien geliefert. Am 16. Juni 1905 löst sich das Handwerk der Steinmetze zu Kaisersteinbruch komplett auf.

Namentlich bekannte Steinmetze aus Kaisersteinbruch

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